Digitalisierung macht unproduktiver

In vielen Unternehmen wird digitalisiert, der Digitalisierung willen. Es wird nicht darüber nachgedacht, wie Prozesse digital optimiert werden. Dadurch sinkt die Produktivität, statt sie zu steigern.Wie geht es auch anders?

„Wenn Sie einen Scheißprozess digitalisieren, dann haben Sie einen scheiß digitalen Prozess.“, so der ehemalige Chef der deutschen Telefónica, Thorsten Dirks. Das bringt eines der Hauptprobleme der Digitalisierung in Deutschland auf den Punkt. In vielen Unternehmen wird der Digitalisierung wegen Digitalisiert, statt sinnvoll zu Digitalisieren. Was heißt das in der Praxis? In der Praxis wird viel Geld mit nicht zielführenden Digitalisierungs-Projekten verbrannt, statt die Chancen der Digitalisierung effektiv zu nutzen.

Unternehmen, die die Chancen der Digitalisierung richtig erkannt haben, Digitalisieren in 3 Schritten:

Erstens fragen sie sich: Welche Prozesse benötigen wir in Zukunft nicht mehr und können somit ersatzlos gestrichen werden?

Zweitens fragen sie sich, wie können wir Prozesse so digitalisieren, dass wir die Transaktionskosten senken, ohne den wahrgenommenen Kundennutzen zu reduzieren?
Drittens fragen sie sich, wie man die Digitalisierung nutzen kann, um seine Geschäftsmodelle so zu optimieren, dass bestehende und neue Kunden zu profitablen Fans des Unternehmens werden.

Ulrik Nehammer, der ehemalige CEO von Coca-Cola Deutschland hat z.B. durch die Möglichkeiten der Digitalisierung den Prozess vom Vertragsabschluss bis zur Auslieferung eines Kühlschranks an einen Kiosk von über 4 Wochen auf 24 Stunden reduziert. Das Ergebnis: Der Kunde und Coca-Cola machen 4 Wochen früher Umsatz. Davon profitieren beide Seiten. Im Rahmen dieses Projekts wurden auch viele Prozesse mit folgender Frage von Ulrik Nehammer gestrichen: „Verkaufst du eine Kiste Coca-Cola mehr, wenn du das in Zukunft weiterhin so machst, wie bisher?

Wenn Digitalisierung klare Führung trifft, macht Digitalisierung produktiver.

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